Die zarte Kira ist noch eine sehr ängstliche und zurückhaltende kleine Seele. Es scheint, als hätte sie im Umgang mit Menschen bisher wenig Gutes erlebt, denn noch ist ihr vieles unheimlich und manchmal würde sie sich am liebsten ganz unsichtbar machen. Doch Tag für Tag wird sie ein wenig mutiger. Von ihrem selbst gewählten Rückzugsort aus beobachtet sie inzwischen neugierig die Menschen in ihrer Pflegestelle. Und auch den Garten hat sie mittlerweile für sich entdeckt. Dort schnüffelt sie interessiert umher und traut sich, ihre kleine Welt ein Stückchen mehr zu erkunden. Das sind für Kira wichtige Schritte, über die man sich besonders freuen darf.
Von unbeschwerten Kuscheleinheiten ist Kira noch weit entfernt. Zwar lässt sie sich bereits anfassen, doch dabei erstarrt sie regelrecht. Sie muss erst noch lernen, dass menschliche Nähe nichts Bedrohliches ist und dass sie sich in unserer Gegenwart sicher fühlen darf. Dafür braucht sie Menschen, die ihre Unsicherheit verstehen, ihr Zeit schenken und sie liebevoll so annehmen, wie sie gerade ist.
Mit dem Hund in ihrer Pflegestelle versteht sich Kira gut. Noch sucht sie keinen engen Kontakt zu ihm, beobachtet ihn aber aufmerksam und schaut sich ab, wie selbstverständlich er sich im Alltag bewegt.
Für Kira wünschen wir uns ein ruhiges Zuhause bei geduldigen, einfühlsamen Menschen, die keine Erwartungen an sie stellen und sich über jeden noch so kleinen Fortschritt freuen können. Sie braucht die Freiheit, in ihrem ganz eigenen Tempo anzukommen, und Menschen, die ihr zeigen, dass sie nichts leisten muss, um geliebt zu werden. Ein sicher eingezäunter Garten ist dabei unbedingt erforderlich, denn Spaziergänge würden sie momentan noch überfordern.
Kira wird nur in einen Haushalt mit einem freundlichen, ruhigen Ersthund vermittelt, an dem sie sich orientieren kann. Kinder sollten nicht im Haushalt leben, damit Kira die Ruhe und den geschützten Rahmen bekommt, den sie für ihre Entwicklung braucht.
Wer Kira ein Zuhause schenkt, sollte wissen, dass sie vermutlich nicht von heute auf morgen zu einer fröhlichen, unbeschwerten Begleiterin wird. Doch vielleicht ist es gerade das Schöne, sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen: ihr dabei zuzusehen, wie sie langsam ihre Ängste hinter sich lässt, Vertrauen fasst und entdeckt, dass das Leben auch schöne Seiten hat.